30.06.2017

Mischtechnik für zementgebundene Spanplatten und für Leichtbaustoffe

Zementgebundene Spanplatten finden seit mehr als 30 Jahren eine Vielzahl von Anwendungen; die Produktion läuft mit Großmengen. Die Anforderungen an die Mischtechnik sind hoch: Leichte Holzspäne müssen mit schweren / dichten Bindemitteln gemischt werden. Ähnlich verhält es sich bei Leichtbaustoffen, wenn z. B. Blähton oder Blähglas als Gesteinskörnung eingesetzt werden. Hier kommt eine weitere Anforderung an die Mischtechnik hinzu: Die Körnung soll beim Mischprozess nicht zerkleinert werden. Systembedingt zeigt die Mischtechnik von EIRICH in beiden Fällen Vorteile.

Für Mischungen werden zunehmend hohe Mischgüten verlangt. Diese herzustellen erweist sich jedoch oft als schwierig oder gar unmöglich. Der Grund dafür ist, dass dem Mischprozess, wie in der Literatur beschrieben, stets ein Entmischungsprozess überlagert ist. Untersuchungen mit verschiedenen Mischsystemen wie z. B. Einwellenaxialmischern (Typ Pflugscharmischer) und Ringtrogmischern zeigen, dass man nicht beliebig lange mischen darf. Die jeweils systembedingt erreichbare beste Mischgüte stellt sich nach einer bestimmten Zeit ein; mischt man länger, fällt die Mischgüte wieder ab, es findet also eine Entmischung statt; das Optimum der Mischgüte kann somit nicht angefahren werden. Ursache dafür ist die unterschiedliche Beweglichkeit der Bestandteile des Mischgutes.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen gelten für alle Mischsysteme, in denen Mischwerkzeuge den Transport des Mischguts übernehmen – jedoch nicht für EIRICH-Mischer. Hier übernimmt ein drehender Mischbehälter den Transport des Mischgutes, das Mischwerkzeug - Wirbler genannt - muss nur noch mischen. Innerhalb einer einzigen Umdrehung des Behälters werden 100 % des Mischgutes umgewälzt. Dies führt dazu, dass man in Produktionsmischern mit Bodenentleerung beliebig lange mischen kann, ohne dass Entmischen auftritt; das Mischwerkzeug läuft während des Entleervorgangs weiter. Auch in (Labor-) Mischern ohne Bodenentleerung werden in der Regel Mischgüten erreicht, welche anderen Systemen nicht zugänglich sind.

Insbesondere Mischgut mit leichten und mit schweren / dichten Einsatzstoffen erweist sich für herkömmliche Mischer als schwierig. Dies war der Grund, dass schon sehr früh EIRICH-Mischer für zementgebundene Spanplatten eingesetzt wurden. Ähnlich sind die Verhältnisse bei Leichtbetonen. Bei deren Aufbereitung kann Mischgut zwischen Mischwerkzeug und Mischbehälter eingeklemmt werden, was zu Kornbruch und damit zu Veränderung der Sieblinie führt. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil für EIRICH: Systembedingt braucht man weniger Mischwerkzeuge, und diese sind auch nicht wandgängig. Während bei einfachen Mischsystemen mit wachsendem Volumen auch die Zahl der Mischwerkzeuge wächst, braucht der EIRICH-Mischer in Baugrößen von 1 Liter bis 3.000 Liter nur ein einziges bewegtes Werkzeug. Größere Mischer haben dann zwei Wirbler, der 12.000 Liter große DW40 auch nur vier Mischwerkzeuge. Weniger Werkzeuge bedeutet: Es klemmt sich weniger Mischgut ein, es erfolgt nachweislich weniger Kornzertrümmerung.

EIRICH-Mischer haben sich auch für andere Leichtstoffe im Einsatz bewährt. So wird expandiertes Vermiculit schonend mit silikatischen Bindemitteln wie z. B. Wasserglas gemischt. Nach der Formgebung und Aushärtung stehen dann z. B. Hochtemperatur-Dämmstoffe zur Verfügung. Bei solchen Mischaufgaben kommt die systembedingte Eigenheit des Mischers zum Tragen, dass die Werkzeuggeschwindigkeit in weiten Grenzen variierbar ist und er auch bei langsamen Geschwindigkeiten noch gut mischt.

Die zunehmende Anzahl von Mischwerkzeugen vom Labormischer zum Produktionsmischer ist ein wesentlicher Grund dafür, dass bei üblichen Mischsystemen oft Änderungen im Mischablauf oder sogar in der Rezeptur erforderlich sind, wenn auf kleinen Labormischern entwickelte Rezepturen auf große Produktionsmischer übertragen werden. Basierend auf dem Umstand „weniger Werkzeuge“ zeigt sich das Upscaling mit EIRICH als wesentlich leichter, können Laborentwicklungen schneller und einfacher in die Produktion umgesetzt werden.

In den letzten Jahren ist zunehmend die stoffliche Verwertung von Wärmedämmstoffen auf Basis Polystyrol und Polyurethan von Interesse. Im Wege des Recyclings werden die Stoffe gemahlen, um dann als Leichtzuschlag, auch für Beton oder Mörtel, eingesetzt zu werden. Daraus werden auch Produkte wie Decken- und Wandverkleidungen hergestellt, die feuchtigkeitsunempfindlich und langlebig sind. Die EIRICH-Aufbereitungstechnik ermöglicht hier eine kostengünstige Produktion in gleichbleibend hoher Qualität.

Für Machbarkeitsstudien bietet EIRICH Interessierten gerne Versuche in einer der Technikum-Einrichtungen an, die an allen Standorten des Unternehmens zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen:

Ansprechpartner: Dirk Heuer, E-Mail: dirk.heuer@eirich.de